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| Mittleres Mikroskop von Gundlach; Stativ 5 um 1872; Mikroskop aus zaponiertem und geschwärztem Messing. Das Instrument verfügt über einen Schiebetubus für die Grobeinstellung und eine Feineinstellung über Parallelogrammführung, zu bedienen durch ein Rändelrad unter der Tischebene. | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Schließlich führt ihn seine Wanderschaft nach Wetzlar wo er
im Optischen Institut arbeitet, welches zu jener Zeit (1858) von Friedrich
Belthle geleitet wird. In Wetzlar heiratet Gundlach im Sommer 1859 und
gründet mit Unterstützung seines aus jener Stadt stammenden Schwagers
einen eigenen Betrieb.
Knapp ein Jahr später geht das Unternehmen jedoch wieder ein und Gundlach reist nach England ohne seine Schulden in Wetzlar zu begleichen. Auf den britischen Inseln arbeitet er bei verschiedenen Optikern und Mechanikern und kehrt schließlich 1865 nach Deutschland zurück um 1866 ein Optisches Institut in Berlin zu gründen. Während Hartnack 1859 die Wasserimmersion in die moderne Mikroskopie einführt, stellt Gundlach sieben Jahre später Glyzerin-Immersions-Systeme vor und gewinnt bereits 1867 mit diesen Objektiven eine Goldmedaille in Paris. Die Instrumente aus der Werkstätte von Ernst Gundlach erlangen durch ihre hervorragenden Optiken rasch einen guten Ruf, nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit Gundlachs mit den preußischen Universitäten. So wird das Lob des berühmten Bakteriologen Ferdinand Julius Cohn im 48. Jahres-Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur (Josef Max und Komp., Breslau 1871) für die Mikroskope von Ernst Gundlach wiedergegeben. Für das Pflanzenphysiologische Institut der Universität Breslau hat Prof. F. J. Cohn ein Stativ Nr. 5 von Gundlach, wie hier gezeigt, mit den Objektiven II, IV, VI und VIII erworben und bescheinigt bei der fünften Versammlung der Gesellschaft im Frühjahr 1870 den Optiken eine colossale Stärke der Vergrösserung, Reinheit des Bildes, Grösse des Gesichtsfeldes und der Focaldistanz [...] wie sie in dieser Vollendung bisher allein Hartnack zu leisten im Stande war.
Das Unternehmen expandiert und zieht bis Anfang 1871 bereits zwei Mal in größere Räume um. Die überdurchschnittlich hohen Löhne werden Gundlach jedoch zum Verhängnis und so muss er im August 1872 Konkurs anmelden.
Gundlach wandert mit seiner Frau und dem gerade 4 Wochen alten Sohn Karl
in die USA aus um dort kurzzeitig mit Prof. Robert Bruce Tolles zusammen
zu arbeiten. Schließlich baut Gundlach 1876 die neu gebildete
Mikroskop-Abteilung von Bausch & Lomb Optical Company auf und
entwickelt hier
(Viele der Daten zu Gundlach mit besonders freundlicher Unterstützung von Hans Weil, Berlin) (Referenz 2, 37, 89) |
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