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| Leitz Mikroskop; fertiggestellt am 20.11.1912 als Vorserienprodukt. Dieses Mikroskop besteht aus zaponiertem, geschwärztem, vernickeltem und schwarz lackiertem Messing. Der Plan- und Konkavspiegel ist vierfach gelagert und kann so außerhalb der optischen Achse gebracht werden. Der Kondensor mit Irisblende ist über Zahn und Trieb unabhängig vom Spiegel verfahrbar. Der rechteckige Tisch hat einen Kreuztisch englischer Bauart integriert. Der Dreifuß des Stativs ist im Stil an die Mikroskopmodelle "Edinburgh" des britischen Herstellers Watson angelehnt. Über ein Gelenk kann das Mikroskop um 90° umgelegt werden. Der Auszugtubus ist mit einem dreifachen Objektivrevolver ausgestattet. | ||||
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![]() Das Mikroskop
ist ausgerüstet mit Optiken von F. Koristka Milano: Es verfügt
über die Okulare Nr. 2 und Nr.
4 sowie die Objektive Nr.
F. Koristka
Milano 3, Nr.
F. Koristka
Milano 6* und das
Immersionsobjektiv F. Koristka
Milano 1/12" IMM.
OMOG. AP.N. 1.30 Nr. 17215.
Auf dem Tubus ist das Mikroskop signiert: E. Leitz Wetzlar No. 150563 Weiterhin befindet sich dem Benutzer zugewandt auf dem Dreibein die gravierte Herstellerangabe E. Leitz Wetzlar. Das Mikroskop wird im nummerngleichen Kasten aufbewahrt. |
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Dieses Mikroskopstativ ist laut Auskunft des Archis der Firma
Leica Microsystems GmbH nach Recherche in deren Werkstattbüchern in
einer Serie von 37 Stück im Jahre 1912 hergestellt worden als "Englisches
Neues Modell", es erscheint in keinem Katalog und keiner Druckschrift von
Leitz. Sowohl der Stativtyp als auch die Bauart des Kreuztisches ist für
ein deutsches Mikroskop des 20. Jahrhunderts als einmalig zu betrachten.
Offenbar wird dieses Mikroskop vor dem Ersten Weltkrieg an die Londoner Niederlassung der Firma Leitz geliefert und erst zwei Jahre nach Ausbruch des Krieges im November 1916 von dort aus verkauft. Zu dieser Zeit ist der Handel Großbritanniens mit dem Deutschen Reich zum Erliegen gekommen, während der Warenaustausch mit dem verbündeten Italien weiter floriert. Durch diesen Umstand wird das hier gezeigte Mikroskop bei Leitz London mit Fremdoptiken von F. Koristka (Milano) ausgerüstet. Gemäß der Vergrößerungstabelle ist zur Verwendung dieser Objektive und Okulare dabei der graduierte Auszugtubus auf 160 mm Länge einzustellen, statt auf 170 mm für Leitz Optiken. Das Immersionsobjektiv gehört der Karte nach nicht zur ursprünglichen Grundausstattung des Instruments. Ende Mai 2005 kann dieses Mikroskop aus Edinburgh, Scotland für die Sammlung erworben werden. Nur in zwei privaten Sammlungen in Deutschland und den USA ist je ein weiteres Stativ dieser Art als erhalten bekannt. (Datierung mit freundlicher Unterstützung von Rolf Beck, Leiter Firmenmuseum und -archiv Leica Microsystems GmbH, 12.07.2005) |
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