Zeiss Mikroskop "Trichinen Mikroskop"


Zeiss Stativ IX, # 14902 Zeiss Stativ IX, # 14902 Zeiss Stativ IX, # 14902

Zeiss Stativ IX, # 14902 Zeiss Stativ IX, # 14902 Zeiss Stativ IX, Katalog-Abb. von 1913

Zeiss Stativ IX, # 14902 mit Kasten

Zeiss Trichinenmikroskop; Stativ IX von 1891. Geschwärztes, scharz-kupfern lackiertes, vernickeltes und zaponiertes Messing, gebläuter Stahl. Dreh- und schwenkbarer Plan- und Konkavspiegel, 4 Lochblendeneinsätze, abnehmbare vernickelte Objektklemmen, runder Tisch.

Das Mikroskop ist ausgerüstet mit den Okularen Nr. II und Nr. IIII sowie einem dreiteiligen Satzobjektiv Nr. 877, bei welchem die einzelnen Linsen mit Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 bezeichnet sind. Der Mahagonikasten trägt eingeprägt die Seriennummer No. 14902 und nimmt das Instrument liegend auf; Handgriff, Schloß und originaler Zeiss-Schlüssel sind vorhanden.
Aus der beigefügten Vergrößerungstabelle Carl Zeiss, Optische Werkstätte, Jena ist ersichtlich, dass es sich um die komplette Ausstattung dieses Instrumentes handelt - lineare Vergrößerungen von 30- bis 190-fach sind mit diesen achromatischen Systemen möglich. Vergrößerungstabelle zu Zeiss # 14902, Stativ IX Zeiss Objektiv # 14902 Zeiss Objektiv # 14902

Zeiss Stativ IX, # 14902: SignaturAuf der oberen Tubushälfte ist das Mikroskop in Schreibschrift signiert: Carl Zeiss. Jena. 14902

Dieses Instrument wird am 29.10.1891 mit einem Trichinensystem 1 und 2 an Knocke & Dressler in Dresden ausgeliefert. Laut Katalog von 1891 kostet es in der Basisausführung RM 40,-; mit Trichinensystem RM 70,-.

Es handelt sich hier um ein sehr einfaches Stativ, welches im geschwungenen Fuß recht deutlich den Jugendstil erkennen läßt. Auf Grund der niedrigen Vergrößerung ist die Fokussierung ausschließlich durch einen Trieb über Zahnstange mittels seitlichem Rändelrad ausreichend.

Ein vierreihiges Trichinenkompressorium nach Naake-Oeltzsch ist dem Instrument beigegeben.

Zeiss Stativ IX, # 14902 im KastenDieses Zeiss Stativ IX wird in Zusammenarbeit mit Professor Johne, Dresden entwickelt und erscheint bereits im Zeiss-Katalog von 1889. In seinem Buch "Trichinenschauer" empfiehlt Johne dieses Stativ "trotz seines höheren Preises wegen seiner außerordentlich sorgfältigen Ausführung und seiner vorzüglichen optischen Leistungen ganz besonders warm".

Werbung in Johne: "Der Trichinenschauer"Prof. Dr. Alb. Johne lehrt an der "Thierärztliche Hochschule Dresden" und liest dort als erster die 1876 neu eingeführte "physikalische Diagnostik" als neues Grundelement der Inneren Medizin.

Bekannt wird Johne auch durch die Beschreibung der Paratuberkulose des Rindes - noch heute wird diese durch Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis hervorgerufene Erkrankung als Johne'sche Krankheit bezeichnet.

Zusammen mit zahlreichen Präparaten aus dem Bereich der Veterinärmedizin taucht das hier ausgestellte Instrument im Jahre 2001 auf einem Dresdner (!) Flohmarkt auf und kann für die Sammlung gewonnen werden.

[Vergleiche: Optisches Museum der Ernst-Abbe-Stiftung Jena: "Trichinenmikroskop Stativ IXa / Carl Zeiss, Jena / um 1890"; Billings Collection Washington: AFIP 49415 – 60-4713-141, S. 114, Abb. 215]

(Datierung mit freundlicher Unterstützung von Dr. Wolfgang Wimmer, Archiv Carl Zeiss Jena, 29.06.2001, Katalogabblindung mit freundlicher Unterstützung von Moritz Sokolowski)



01.01.2003 by Timo Mappes

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